25.03.2026
Casa Pflege
Casa Guntramsdorf
Leben darf auch langsam sein

Es ist Donnerstag Früh in der Casa Guntramsdorf. Gabriele Heinisch-Hosek betritt den ersten Stock unseres Pflegewohnhauses. „Guten Morgen Gabi“ tönt es aus vielen Richtungen. Die ehemalige Ministerin ist inzwischen fester Bestandteil der Wochenplanung des Wohnbereichs mit dem klingenden Namen Anningerblick – sie engagiert sich ehrenamtlich und verbringt hier regelmäßig Zeit mit den Bewohner*innen.
Dass sich die gebürtige Guntramsdorferin heute aktiv beteiligt, hat eine ganz persönliche Vorgeschichte. Die Mutter von Frau Heinisch-Hosek war nach einem Sturz vor mehr als einem Jahr vermehrt verunsichert. Die fortschreitende Demenz machte sich nach diesem Ereignis noch stärker bemerkbar. Schnell merkten Frau Heinisch-Hosek und die weiteren Familienangehörigen, welche Belastung es ist, sich selbst um die Pflege der Mutter zu kümmern. Ein Platz im Pflegewohnhaus steht in Aussicht: „Ein Glück, dass es Häuser wie die Casa hier in Guntramsdorf gibt“, sagt sie heute.
Wertvolle Zeit
Die Mutter ist anfangs skeptisch, lernt die Atmosphäre aber rasch zu schätzen und erholt sich zusehends. Die Zeit, die ihre Mutter hier verbringen durfte, beschreibt Heinisch-Hosek als sehr wertvoll. Ihr Mutter verstirbt Ende des Sommers 2025 friedlich, begleitet von „wunderbaren Menschen“. Für Heinisch-Hosek ist ab diesem Zeitpunkt klar: „Ich wollte mich nach einer kurzen Auszeit aktiv in das Tagesgeschehen der Casa einbringen, eine Unterstützung sein.“
Seit einigen Monaten sind die Donnerstage in ihrem Kalender somit fix vergeben: Spazieren gehen, Spielen und vor allem Reden stehen am Programm. „Ich habe mir immer gedacht, ich muss sie jetzt motivieren oder bespaßen oder was reden. Aber sie reden eh. Schon nach wenigen Tagen habe ich bemerkt: Es darf auch mal langsam sein. Einfach präsent sein und zuhören, bei dem, was Menschen erfahren haben.“ Für Heinisch-Hosek ist diese Erfahrung auch eine geeignete Parallele zum Leben allgemein, in einer schnelllebigen Zeit, mit Terminen und Aufgaben.
„Letztens hat eine Pflegefachkraft einer Bewohnerin Wimpern aufgeklebt. Das war lässig, das hat mir total gut gefallen. Weil diese eine Familienfeier hatte, abgeholt wurde und dafür extra schön sein wollte. Also Alltag, wie er in Familien auch ist.“
Gabriele Heinisch-Hosek auf die Frage, wie sie Geborgenheit bei der Casa erlebt.
Schwelgen in Erinnerungen
An diesem sonnigen Vormittag steht nach der Begrüßungsrunde ein Spaziergang durch den Ort mit einer Bewohnerin an: Frau Mauthner freut sich bereits. Vom Pflegewohnhaus geht’s hinauf zur Kirche. Am Weg werden Erinnerungen ausgetauscht: „Die Heurigen werden weniger, die Trafik ist einem Blumengeschäft gewichen.“ Dort kommt die Floristin zum Gespräch aus ihrem kleinen Laden, der den Platz mit Farbe füllt. Frau Mautner spricht über ihre Kindheit und was sie mit dem Ort verbindet.
Weiter geht’s durch die Gassen des Ortskerns, vorbei an wunderbar gelben Forsythien, bevor die Runde wieder beim Pflegewohnhaus in der Neudorferstraße endet. Bei diesem Wetter will Gabriele Heinisch-Hosek auch weitere Bewohner*innen hinaus begleiten – um wieder eines zu tun: Zuhören und da sein – in einem Tempo, das auch langsam sein darf.

Allgemeine Informationen zum Freiwilligen Engagement findest du hier.
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